Fantastischer Wortakrobat" (Die Welt)
„Ich habe Philosophie studiert, was soll ich sonst machen.“ Selten war ein Entschluss so präzise begründet wie die Berufswahl von Sebastian 23. Der gebürtige Duisburger, der in Bochum lebt, absolviert an die 250 Auftritte im Jahr und macht sich dabei philosophische Gedanken darüber, wie alles wäre, wenn es einfach wäre oder warum er eigentlich immer lügt. Der Drang in die Tiefe des menschlichen Seins liegt ihm also im Blut, und das spürt man. Er kann mehr intelligenten Witz in einem Satz unterbringen als andere in einem kompletten Programm. Er spielt auf der Bühne mit seinen Texten, und er weiß, wie man mit dem Publikum spielt. Kein Wunder, schließlich war er als Slammer schon mal Vizeweltmeister und deutscher Meister sowieso. Er ist damit quasi eine Art Meister-Meister. Die Folgen dieser Qualität badet er nun aus. „Die Veranstalter holen dich und bewerfen dich mit Geld“, sagt er, wenn er nach den Folgen seiner Erfolge befragt wird. Zudem hat er durch das knallharte Geschäft gelernt, mit Verlusterfahrungen klarzukommen. Sebastian 23 weiß, wovon er spricht, wenn er sagt: „Das Verlieren hilft bei der Persönlichkeitsentwicklung.“ So sprechen nur Gewinner.